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04.11.2011: Interview mit Trainer Kaspar Burkhalter

Kaspar Burkhalter, was hat Dich bewogen, das Traineramt bei Mobulu Bern zu übernehmen?

Der Verein Mobulu ist für mich eine Herzensangelegenheit. Als Gründungsmitglied und Präsident erlebte und gestaltete ich die Entwicklung von einer handvoll gelegentlich zusammen spielender Studenten bis zum nun ganzjährigen Betrieb mit 5 Trainings pro Woche und drei kompletten Mannschaften. In der Schweiz kann ein Verein mehr noch als von guten Spielern von Personen profitieren, die das Futsal-spezifische Know-How einbringen. Die Verpflichtung des brasilianischen Futsaltrainers João Carvalho do Nascimento für die letzten zwei Jahre war ein wichtiger Schritt. Dass bei Mobulu nun Personen in der Verantwortung stehen, die an seine Arbeit anknüpfen können, macht auch langfristig Sinn.

Entscheidend war aber auch, dass ich gerne mit den Leuten zusammenarbeite, mit denen ich nun fast täglich zu tun habe. Das betrifft erstens den interessanten Austausch mit und die Unterstützung von Sportchef „Speedu“ Isler und Co-Trainer Alex Lötscher. Zweitens geniesse ich die Zeit mit dem jungen und lernbegierigen Team.

Was macht für Dich denn generell die Faszination des Futsals aus?

Ich bin mit Fussball aufgewachsen und hätte mir nie träumen lassen, dass es eine Sportart gibt, die mich noch mehr fasziniert. Als ich 2005 Futsal kennen lernte, geschah aber genau das. Im Futsal gibt es keinen Leerlauf - keine Sekunde, in der ein Spieler nicht am Spielgeschehen beteiligt ist. Ich betreibe eine Ballsportart, um mit dem Ball etwas anzufangen. Im Vergleich zum Futsal kam ich mir auf dem Fussballplatz wie ein Langstreckenläufer vor, der hin und wieder auch einen Ball zugespielt bekommt. Im Futsal unterstützt zudem das Regelwerk das, was mir im Sport wichtig ist: Fairplay, Teamplay, mentale und körperliche Herausforderung und Spannung bis zur letzten Sekunde.

Was für Ziele hast Du Dir gesteckt?

Die Zielvorgabe ist klar: Qualifikation für die Swiss Premier Futsal League 2012/2013. Das bedeutet: Platzierung unter den ersten Vier. Als Präsident bin ich stolz darauf, dass wir als Club bereits heute die erforderlichen organisatorischen und infrastrukturellen Vorgaben für die angestrebte Qualifikation ausweisen können. Nun wollen wir auch den sportlichen Nachweis erbringen.

Trotz den zunehmend professionellen Strukturen werde ich nicht vergessen, dass die Spieler ihr Hobby ausüben und die Entlöhnung der Spass an dieser Tätigkeit ist. Zudem bin ich auch der Auffassung, dass sportlich ehrgeizige Ziele verwirklicht werden können, wenn die Spieler lustvoll am Werk sind. In diesem Sinne habe ich mir auch Ziele gesteckt, die an die Zeit anknüpfen, als Mobulu 2006-2009 dreimal unter den ersten Vier abschnitt: Ich möchte ein Team auf dem Platz sehen, das gerne zusammen spielt, dabei als Einheit auftritt und gemeinsame Ziele verfolgt.

Die Vorbereitung neigt sich dem Ende entgegen: Wie weit ist die Mannschaft?

Die erstmalige Durchführung eines Trainingslagers hat uns sicherlich auf gute Wege gebracht. Seit diesem Zeitpunkt habe ich das Gefühl, dass sich hier eine Mannschaft findet; dass sich die Neuen gut integrieren und dass die bisherigen ihre Verantwortung wahrnehmen. Die gute Stimmung lässt uns mit Spass trainieren, wie weit wir aber im Vergleich mit unseren Kontrahenten sind, ist kaum einzuschätzen. In der Westgruppe finden jedenfalls unzählige Vorbereitungsspiele statt, während im Osten wenig läuft.

Die bisherigen Vorbereitungsspiele geben da auch wenig Aufschluss. Die Resultate bewegen sich mit einer Niederlage gegen Titelverteidiger Geneva und einem Sieg gegen wenig kompetitive Lausanner im Rahmen der Erwartungen. Mit dem Problem, dass einige Spieler nur schwer ihr Engagement im Fussball mit dem im Futsal vereinbaren können, stehen wir jedenfalls nicht alleine da. Die Einarbeitungszeit für die Futsal-Neulinge ist schon sehr knapp. Mit einigen Verletzungen ist die Vorbereitung nicht problemlos verlaufen, die Breite des Kaders sollte dies aber auffangen können.

Was dürfen die Fans von Mobulu Bern, Ausgabe 2011 erwarten?

Ein junges, erfolgshungriges Team, das keinen Gegner fürchtet. Spielwitz, Spielfreude und Tempo: Dies sind Stichworte die mir beim Zuschauen in den Sinn kommen. Was an Erfahrung und Gelassenheit einigen Jungspunden abgeht, wissen sie mit kreativen Lösungen wettzumachen. Längerfristig können sicherlich noch genauere taktische Konzepte eingearbeitet werden, zu Beginn geht es aber gerade darum, die bereits vorhandenen Stärken zu erkennen und zur Geltung zu bringen. Dass Futsal aber eine knallharte Schule ist, die jeden Fehler bestraft, werden einige Spieler wohl noch am eigenen Leib erfahren müssen. Von diesen Erfahrungen kann ich berichten, aber erleben werden sie es selbst müssen.

Wie manche Niederlage darf sich ihr Team erlauben, bevor sie sich selber wieder ein Leibchen anziehen?

Ab der ersten Minute wird es mich in den Zehen jucken ;-) Meine Leidenschaft für diesen lebhaften Sport werde ich kaum verbergen können. Jeder aktive Sportler kennt die Unruhe beim passiven Zuschauen. Dass mein Mitleben aber zunehmend von der Überlegung bestimmt wird, wie ich meinem Team am besten helfen kann, lässt mich ruhiger auftreten. Ich habe nämlich das Gefühl, am richtigen Platz zu sein. Wenn ich das Bedürfnis verspüre, mich auf dem Platz zu behaupten, kann ich dies im Verein immer noch ausleben. Mit nunmehr drei Mannschaften, die am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen, werde ich auch meinen Platz auf dem Feld in der NLB oder der 1. Liga finden.